„Das Basilikonmädchen“ Ein mündl. Überliefertes Märchen
Das Basilikonmädchen
ein Märchen aus „An den Nachtfeuern der Karawan-Serail“ von Elsa Sophia von Kamphoevener
Dies ist ein weniger bekanntes, altes morgenländisches (orientalisches) Märchen. Es wurde von Elsa Sophia von Kamphoevener gesammelt und in ihrem großen Märchenbuch „An den Nachtfeuern der Karawan-Serail“ nacherzählt:
Es war einmal ein armes Gärtnermädchen, das in seinem kleinen Garten Basilikum anbaute – eine Pflanze, die ganz besonders herrlich duftet. Eines Tages weht der wunderbare Duft bis zu einem hohen Herrn, der sofort wissen will, woher dieser wunderbare Geruch kommt. Als er das einfache Mädchen findet, ist er tief beeindruckt – nicht nur vom Duft ihrer Pflanze, sondern auch von ihrer Klugheit und ihrem Mut. Weil das Mädchen arm ist und er aus einer reichen, vornehmen Familie stammt, ist es für die beiden gar nicht so leicht, zueinanderzufinden. Das Mädchen muss all ihren Mut und ihren Einfallsreichtum zusammennehmen, um zu beweisen, dass es nicht auf Reichtum ankommt, sondern auf den Charakter eines Menschen. Am Ende siegen Klugheit und ein gutes Herz über Standesunterschiede.
Die Geschichte erklärt auch ganz nebenbei, warum die Pflanze „Basilikum“ heißt: Das Wort kommt vom griechischen „basileus“, was „König“ bedeutet – Basilikum ist also das „königliche Kraut“.